Endlich Schulferien? Ja und nein! Für mich ging es in der ersten Sommerferienwoche direkt für zwei Wochen zur Deutschen SchülerAkademie nach Torgelow. Und das bedeutete intensive Wissenschaft, wenig Schlaf und eine unvergessliche Zeit.

Was ist die Deutsche SchülerAkademie?
Die Deutsche SchülerAkademie (DSA) ist ein Programm der Initiative Bildung & Begabung (gefördert vom BMBF). Sie bietet motivierten Jugendlichen die Chance, tief in akademische Themen einzutauchen. Der Weg dorthin führt über eine Empfehlung der Schule (an der Stelle ein großes Dankeschön an Herrn Grimm, der mich nominiert hatte!). Nach dem Auswahlverfahren bekam ich die Zusage für die Akademie „Topologie und Graphentheorie“ im Schloss Torgelow, einem Internat direkt am Torgelower See. Schon bei der Ankunft am Bahnhof wurde klar, wie besonders diese Akademie ist: Von Kursleitern abgeholt, war der Anschluss zu den anderen Teilnehmenden bei der Campus-Rallye und beim ersten Kennenlernen sofort da.

Links: Das Kursmaskottchen Emma, rechts: Schloss Torgelow. Fotos: Teilnehmer*innen DSA

Das Thema: Topologie und Graphentheorie – von der Tasse bis zur Quantenphysik
Wie viele Henkel braucht eine Tasse, um das Pariser Metro-Netz überschneidungsfrei abzubilden? Unsere Kursleiter Sebastian und Justus haben uns in die Topologie (die Mathematik stetiger Verformungen) und die Graphentheorie (die Lehre abstrakter Netzwerke) eingeführt. Im Finale wurden beide Felder zusammengeführt, inklusive eines verblüffenden Ausblicks darauf, was das Ganze mit Gravitationsphysik, Quarks und Gluonen zu tun hat. Trotz der komplexen Inhalte ging es nicht um sture Vorkenntnisse, sondern um die Freude am abstrakten Knobeln. Durch eigene Vorträge und knifflige Übungsaufgaben wurde Mathe vom Einzelsport zur echten Teamarbeit. Wir haben gegenseitig unsere Beweise hinterfragt, Ideen diskutiert und uns abseits der großen Runde im Grünen oder in den Pausen gegenseitig geholfen. Das absolute Highlight war für mich der lange Abend, an dem wir alle bis 3.00 Uhr zusammensaßen und in einer Nachtschicht unsere Kurs-Dokumentation durchgezogen haben.

KüAs, Chor und der „Akademie-Geist“
Die Akademie lebte aber auch von den KüAs (kursübergreifenden Aktivitäten). Ob Rudern, Debattieren, Fitness, Schwimmen im See oder Siedler-von-Catan-Runden: Das Angebot war riesig. Mein persönlicher „Mutausbruch“ war der Akademiechor. Ohne Vorerfahrung habe ich von der Chorleitung unglaublich viel gelernt, mich oft versungen und später sogar auf der großen Bühne beim Akademiekonzert gestanden. Kleine Traditionen wie die Suche nach dem „Akademie-Geist“ oder witzige „Gesetze” der Akademieleitung (wie etwa: „Man darf heute nur rückwärts durch Türen laufen.”) machten die Atmosphäre perfekt. Die Abende am Lagerfeuer oder am Billardtisch gingen meist bis tief in die Nacht.

100 % Empfehlung von mir!
Die Zeit in Torgelow war extrem bereichernd und hat mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich wachsen lassen. Die intensive Beschäftigung mit der Hochschulmathematik war für mich eine echte Orientierungshilfe. Ich weiß nun viel genauer, in welche Richtung mein späteres Studium gehen soll und welche Fachbereiche ich eher ausschließen kann. Wenn du die Chance bekommst, nominiert zu werden, dann bewirb dich! Es werden unvergessliche Sommerwochen.

Mikolai
Jgst. 12